Neuköllner Leuchtturm
Haus- und Wohnungsvermietung Bernhard Thieß

 

Werkschau Barbara Keifenheim (Neukölln): Blickwechsel

am 13.05.2015 um 20:00 Uhr:


 

 

 

NAUA HUNI – Indianerblick auf die andere Welt


 

 

 

Ein Film von Barbara Keifenheim und Patrick Deshayes


 

(1984, 60 Min.)


  

Die Kashinawa Indianer des peruanischen Amazonasgebietes gehen in zyklischer Wiederholung freiwillig auf die Weißen zu, um in den Besitz des begehrten Metalls zu gelangen. Statt Teilhabe an den Reichtümern der Weißen erfuhren sie nur Ausbeutung und Gewalt. Jede Begegnung endete damit, dass die Kashinawa eines Tages die geizigen Weißen umbrachten, um sich dann für Jahrzehnte in den tiefsten Urwald zurückzuziehen...


So haben die Kashinawa ein Bild vom Weißen Mann, das sich recht präzise beschreiben lässt: Darin erscheint er als der Beherrscher des Metalls, als Bewohner der Kältezone der Welt, als Überbringer von Krankheit und Tod, als Begründer von Staat und Armee...

Diesem Bild begegnet man auf den vielfältigsten Ebenen: in Mythen, in Ritualen, in alltäglichen Anspielungen, bei politischen Versammlungen usw. Zur Überraschung der beiden Filmemacher teilte es sich ihnen geradezu explosiv mit, als sie eines Tages auf die Bitte der Kashinawa hin einen kurzen Film über ihr „großes Dorf“ mitbrachten und vorführten. Dieses Erlebnis wurde der Ausgangspunkt für das Filmprojekt „Naua Huni“. Barbara Keifenheim und Patrick Deshayes drehten ein Dutzend Kurzfilme im Ruhrgebiet, führten sie den Kashinawa vor und filmten deren Reaktionen während und außerhalb der Vorführungen. Sie verarbeiteten dieses Material mit den Filmthemen, die die stärksten Reaktionen ausgelöst hatten: Der Duisburger Hafen, Szenen aus der Bottroper City, Szenen aus dem Familienleben, Bergarbeiter unter Tage und die Arbeit der Stahlgewinnung.

 

‚Naua Huni’ bedeutet in der Sprache der Kashinawa sowohl ‚Weißer Mann’ als auch ‚Halluzination’.